Dienstag, 22. Mai 2012

Frierend starre ich an die Decke. Es regnet und diese weiße Farbe an den Wänden macht mich krank. Ich ziehe mir die Decke über den Kopf und atme meine bereits verbrauchte Luft. Für einen Moment lang überlege ich, nie wieder zu atmen, spiele mit dem Gedanken, diese kalten weißen Wände nie wieder zu sehen, ich müsste mich nie wieder sehen. Meine Beine ziehen sich in Richtung Magen, ich umfasse sie mit meinen Armen, lege meinen schweißnassen Kopf auf die Knie. Damals wurden andere Fragen anders gestellt, einfacher, wie alt bist du, und man hat drei Finger gezeigt, was willst du mal werden, und ich sagte groß. Jetzt bin ich im Hier, weinend unter einer Decke, in einem leeren Zimmer, mit weißen Wänden und hätte damals anstatt "groß" doch lieber "glücklich" geantwortet.

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